Wie kann jede Zelle ihre Versorgung mit Sauerstoff sicherstellen?

Die Antwort auf diese spannende Frage ist einen Nobelpreis wert, und zwar den für Medizin.

Gregg Semenza, William Kaelin sowie Sir Peter Ratcliffe sind dieser Fragestellung auf den Grund gegangen und haben einen zentralen Schalter eines Sauerstoff-Fühlers entdeckt, den jede Sauerstoffatmende Zelle hat, und der essenziell für die Funktion von Geweben ist.

Von entscheidender Bedeutung dabei ist ein Protein, welches kurz HIF genannt wird. HIF steht für Hypoxia-Inducible Factor und bestimmt, wie oft der Teil unserer Gene abgelesen wird, der für die Produktion von Erythropoetin verantwortlich ist. Erythropoetin, auch Epo genannt, ist für die Bildung roter Blutkörperchen wichtig, die wiederum für den Transport des Sauerstoffs im Gewebe zuständig sind.

Die Regulation von HIF, also ob Epo gebildet wird oder nicht, geschieht über ein Zusammenspiel eines Enzyms und eines zweiten Proteins (VHL). Diese sorgen in Normoxie, also wenn genug Sauerstoff vorhanden ist, dafür, dass HIF zerfällt und Epo nicht verstärkt gebildet wird. Sobald aber Sauerstoffmangel entsteht, bleibt HIF bestehen und die Zelle produziert letztlich mehr rote Blutkörperchen.

Dies ist jetzt nur eine sehr vereinfachte Darstellung der Zusammenhänge. Wer es ganz genau wissen will, der kann z.B. hier nachlesen:

https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/nobelpreis-medizin-sauerstoff-zellforschung-1.4630458

Wir im Hypoxicum sind jedenfalls ganz begeistert und gratulieren den Preisträgern, denn diese bahnbrechenden Erkenntnisse der Wissenschaft sind die Basis für unsere alltägliche Arbeit!

Beitragsbild: © phonlamaiphoto / 123RF Standard-Bild

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