Eva Sperger – Von einer niederschmetternden Verletzung zum „Fabelrekord“

In diesem Jahr beginnt Eva mit dem Höhentraining und berichtet, wie es ihr dabei ergangen ist:

„Zufriedenheit und Dankbarkeit liegen für mich darin, in unserer schnelllebigen Zeit innezuhalten und einen Blick zurückzuwerfen auf eine besonders wertvolle Zeit.

Eine lange und äußerst interessante Saison liegt hinter mir mit völlig neuartigen Erfahrungen. Das Jahr hat begonnen mit der Entscheidung mich zu meinem bisher größten Wettkampf, den 170km und 10000hm langen Ultratrail du Mont Blanc anzumelden. Einer der weltweit bekanntesten und bestbesetzen Ultratrails der Welt um den höchsten Berg der Alpen. Das Jahr zuvor noch wäre mir diese Herausforderung viel zu groß erschienen, doch plötzlich war die Entscheidung da. Fast zeitgleich mit diesem Entschluss, die eine Explosion an Motivation ausgelöst hat, folgte eine schwere Verletzung und ich wurde 2 Monate aus dem Lauftraining katapultiert. In diesem schwierigen Augenblick tauchte die Idee auf, Höhentraining zu machen. Gesagt, getan. Es war ein gutes Gefühl selbst in der Phase der Verletzung einen neuen, körperlichen Reiz setzen zu können.

beim ersten Höhentraining

Mit tausend Fragen an Flavio startete ich das passive und aktive Training auf 2500 bis 5500hm. Schneller als gedacht ging es auf in die Laufsaison mit einer bunten Mischung aus ganz unterschiedlichen Rennen. Das 74km lange Transvulcania Skyrace über den Rücken der Vulkane La Palmas mit extremer Hitze, das Hochkönig Skyrace und das Schlegeis Skyrace mit verblocktem, schwierigstem Gelände durch Schnee und Regen mit zwei ersten Plätzen.

beim Monte Rosa Skymarathon

Der Wettkampf jedoch, bei dem das Höhentraining unabdingbar gewesen ist und der eine wirklich außergewöhnliche Erfahrung darstellte, war das Monte Rose Skyrace. Ein Wettkampf, bei dem auf 17km 3500hm zu bewältigen sind und der auf 4550hm seinen Wendepunkt Punkt hat. Es ging bei schönstem Wetter vorbei an wunderschöner Gletscherlandschaft zur höchsten Hütte der Alpen bei Temperaturunterschieden von 30 Grad. Wer da nicht spezifisch auf die Höhe vorbereitet war, der musste die fehlende Vorbereitung bitter büßen. Im Mixed-Team eine Stunde vor den ersten Frauen anzukommen, gab dem Höhentraining abermals recht.

Der mit Abstand größte Erfolg des Jahres und sicherlich auch meiner bisherigen Laufkarriere insgesamt war der Großglockner Ultratrail, der als „Fabelrekord“ Schlagzeilen machte. Nach 110km, 6500hm und 16 Stunden konnte ich auf Paltz 1 den Streckenrekord um eine Stunde unterbieten und lag selbst bei der Männerwertung auf Platz 3. Ein Erfolg, zu dem das Höhentraining mit Sicherheit maßgeblich beigetragen hat und für den ich Flavio an dieser Stelle nochmals danken möchte.

Und last but not least, wie ist der UTMB ausgegangen? Nach einem exzellenten Auftakt und einer beständigen Arbeit nach vorne von Platz 10 auf zwischenzeitlich Platz 5 und 4 musste ich eingestehen, dass ich das Rennen zu schnell und zu ambitioniert angegangen war. Nach 18 Stunden und ca. 135 km ging es nicht mehr weiter. Wie so viele andere musste auch ich diese bittere Erfahrung machen. Vielleicht kann man es so betrachten: wer nicht scheitert, der steckt seine Ziele nicht hoch genug. Daher auf mit vollem Schwung in das neue Jahr und nochmals an die heißbegehrte Startlinie des UTMB, selbstverständlich wieder begleitet durch professionelles Training, wozu für mich nun als fester Bestandteil auch das Höhentraining gehört.“

beim „echten“ Höhentraining

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